Natürliche Angst und neurotische Ängste verstehen

Dieser Artikel beschreibt den Sinn und Zweck der Ur-Emotion Alarm. Wie kommt es außerdem dazu, dass diese wichtige Emotion sich manchmal dermaßen verselbstständigt, dass sie als Angst nicht nur lästig, sondern qualvoll werden kann?  

Alarm gehört zu den drei Grundemotionen aller Menschen und ist instinktiv in jedem von uns verankert. Alarm ist ein lebenswichtiger Grundantrieb, der zur Vorsicht bewegen soll. Wenn wir von Angst sprechen, dann bedeutet dies, dass wir diesen vorangegangenen Alarm fühlen können. Das ist sehr wichtig zu verstehen, da dem Gefühl der Angst noch etwas elementares vorausgegangen ist. Dies ist Alarm! Irgendetwas stimmt nicht!

Alarm löst im Körper vielseitige chemische Reaktionen aus, die alle dazu dienen, bestmöglich auf eine mögliche Gefahr reagieren zu können. Der Sinn von Alarm besteht darin, den Menschen zur Vorsicht zu bewegen. Daher ist man im alarmierten Zustand plötzlich hellwach. Die Sinne sind geschärft, man verspürt keinen Hunger, weniger körperlichen Schmerz und hat viel Energie zur Verfügung. Dafür sorgt eine Extra Portion Adrenalin, die durch den Alarm ausgeschüttet wird.

Der Alarm wird als Angst gefühlt

Nun kommt es darauf an, wie der Mensch auf diesen Alarm reagiert. Kann er die mögliche Gefahr erkennen und zuordnen, wird er darauf hoffentlich angemessen reagieren. Stellen wir uns vor, im dunklen Wald allein unterwegs zu sein. Dann werden die meisten von uns bei plötzlichen, fremden Geräuschen wahrscheinlich alle Aufmerksamkeit auf die mögliche Ursache richten. Wir sind in Alarm versetzt, fühlen vielleicht eine natürliche Angst und bereiten uns auf Flucht oder Angriff vor. Für diese möglichen Reaktionen brauchen wir das Adrenalin. Sollte es zu einer Flucht oder einem Angriff kommen, werden wird dadurch zu Höchstleistungen versetzt. Die Kampf-oder Fluchtbewegung sorgt dafür, dass das Adrenalin wieder abgebaut wird. Während der Evolution hat dieser Instinkt immer wieder unser Überleben gesichert.

Wissen wir, wovor wir Angst haben?

Damit wir allerdings sinnvolle Vorsichtsmaßnahmen ergreifen können, ist es natürlich nötig, dass wir sie erstens spüren können. Und zweitens auch wissen, was uns gerade ängstigt. Nur dann ist es überhaupt möglich, das Verhalten angemessen anzupassen. Und genau hier liegt das Problem und die Verwirrung. Warum kann Alarm so häufig nicht richtig zugeordnet werden? Es gibt genügend Situationen, wo Alarm gar nicht vom Menschen als solcher wahrgenommen wird. Er ist aber trotzdem mit seinen biochemischen Begleiterscheinungen im Körper vorhanden. Dieser Alarm ist im Körper, ohne dass wir ihn bewusst fühlen können.

Was passiert, wenn wir die Angst nicht fühlen können?

Dafür gibt es verschiedene Gründe. Manche Menschen durften in ihrer Kindheit keine Angst zeigen, weil das angeblich ‘unmännlich' war. In solchen Fällen wurden Kinder dazu angeleitet, ihre Angst nicht wahrzunehmen, sondern sie sogar zu unterdrücken. Hier wurde von den Eltern dafür gesorgt, dass dieses Gefühl nicht gefühlt wird. Dann bleibt natürlich auch der Grund für den Alarm verborgen.

Genauso häufig ist es aber auch, dass der wahre Grund für Alarm zu beängstigend ist. Daher entscheidet das Gehirn unwillkürlich: ” Das muss gedeckelt werden, das ist zuviel für mich, das halte ich (noch) nicht aus!” Dies könnte z.B. der Fall sein, wenn ein Kind durch schwere Krankheit eines Elternteils alarmiert wird. Ein Kind kann solche Todesangst um Andere nicht an sich heranlassen. Wie schon oben erklärt, heißt das in beiden Fällen aber, dass der Alarm trotzdem im Körper vorhanden ist. Er wird nur nicht bis zur Gefühlsebene vorgelassen. Was passiert nun mit diesem Chemie-Cocktail im Körper?

Neurotische Ängste

Der Adrenalinpegel führt zu großer Unruhe und das Gehirn macht sich auf die Suche nach Gründen für den Alarm. Dabei kommt es auf alle möglichen Fehlschlüsse und daraus entstehen dann die neurotischen Ängste. Zum Beispiel entwickelt das Gehirn vielleicht die Idee, dass die Ursache für den Alarm die ‘bösen Bakterien' sind. Der logische Schluss daraus ist, dass der Mensch sich nun zwanghaft dazu getrieben fühlt, zig mal am Tag die Hände zu waschen. Die wahre Ursache des Alarms wird dabei allerdings nicht erkannt. Daher kann diese Waschmaßnahme auch keine dauerhafte Erleichterung bringen und muss ständig wiederholt werden.

Hier sind die Hauptneurosen für Dich aufgelistet, damit Du sie leicht erkennen kannst:

  1. Alarmierende Dinge und Phobien, z.B. geschlossene Räume, Aufzüge, offene Plätze, Höhlen, Spinnen, bei Kindern: Wandschränke, Monster
  2. Aussehen oder Erscheinungsbild, man ist besessen von Mode und Styling, kreist zwanghaft um das eigene Erscheinungsbild
  3. Reinlichkeit, z.B. Händewaschzwang und Putzzwang (In Wirklichkeit ist nicht das Objekt beschmutzt, sondern unser Sicherheitsempfinden hat Flecken bekommen)
  4. Ordnung, z.B. der zwanghafte Drang, etwas neu zu strukturieren, in Ordnung zu bringen, wie Listen aufstellen, Aktenordner umstellen, ständiges Zimmer umräumen
  5. Körperfunktionen, Fitness, Gesundheit, Krankheit, (man ist zwanghaft dazu getrieben, sich mit seiner Gesundheit und dem eigenen Körper zu beschäftigen, kümmert sich um jedes kleinste Unwohlsein und beugt überall nach besten Kräften Krankheiten vor, Hypochondrie zählt auch dazu)
  6. verletzte Gefühle und Wunden, man ist zwanghaft mit Verletzungen aller Art beschäftigt und versucht diese zu heilen oder zu vermeiden.
  7. Sicherheit in äußeren Dingen, z.B. muss mehrmals beim Verlassen des Hauses immer wieder überprüft werden, ob das Bügeleisen wirklich aus ist und das Türschloss kontrolliert werden…
  8. böse Motive anderer Menschen und Anschläge, z.B. sehen diese Menschen überall Anschläge, Vergiftungsabsichten, böse Absichten anderer Menschen, vor denen sie sich durch zwanghafte Kontrolle schützen müssen
  9. Perfektionismus, immer noch mehr zu tun, um besser zu werden, hier fühlt man sich ständig zur Arbeit getrieben, es dreht sich alles darum, entweder die Erwartungen anderer oder die eigenen Erwartungen erfüllen zu müssen
  10. Körpergewicht-und Umfang, Magersucht, aus dem Gefühl heraus, einfach zuviel für die Bindungsperson zu sein, ist man gezwungen, sich leichter und kleiner zu machen, damit man für die Bindungsperson nicht zu intensiv und zu viel ist

Neurotische Angst kann den Alarm nicht abstellen

Jeder Mensch hat solcherart kleine Neurosen entwickelt, das ist vollkommen normal. Lästig oder quälend wird es nur, wenn uns die Neurosen so weit im Griff haben, dass sie uns ständig an einem freudvollen Leben hindern. Leider können sie den Alarm nicht abstellen, da die Zwangshandlung gar nicht zum Grund für den Alarm passt. Der nicht richtig zugeordnete Alarm bewirkt das ständige Getriebensein und das Stressgefühl. Erlösung bringt uns nur die Kenntnis vom wahren Grund des Alarms. Erst dann können wir uns der bedrohlichen Situation stellen und die wirklich passende Maßnahme ergreifen. Binaurale Beats helfen dabei, indem sie Dir Mut und Zuversicht einprägen. Mit ihrer Hilfe kannst Du Dich leichter den verborgenen Gründen für Deinen Alarm nähern.

Zusammenfassung
Natürliche Angst und neurotische Angst verstehen
Natürliche Angst und neurotische Angst verstehen
Kurzbschreibung
Dieser Artikel beschreibt den Sinn und Zweck der Ur-Emotion Alarm. Wie kommt es außerdem dazu, dass diese wichtige Emotion sich manchmal dermaßen verselbstständigt, dass sie als Angst nicht nur lästig, sondern qualvoll werden kann?
Autor
Binaurale Beats - Unabhängige DM-Harmonics Partner
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