Neurotische Ängste verstehen Teil 2 

In Anküpfung an Teil 1 geht dieser Artikel verstärkt auf die verschiedenen Formen der neurotischen Ängste und Zwangshandlungen ein. Diese Ängste können bei starker Ausprägung einen Großteil des Lebens dominieren.

Neurotische Ängste verstehen Teil 2

In Teil 1 wurde die Entstehung von neurotischen Ängsten detailliert erklärt. Kurz zusammengefasst werden sie immer dann zum Ausweg des Gehirns, wenn der Körper Alarm sendet und aus verschiedenen Gründen der Grund für diesen Alarm verborgen bleibt. Da bei jedem Alarm Adrenalin ausgeschüttet wird, sucht das Gehirn nun nach eventuellen Gründen für den Alarm, ohne diese aber wirklich zu finden. Die Nerven sind gereizt und können sich nicht wieder beruhigen, weil es keine passende Vorsichtsmaßnahme für den jeweiligen Alarm gibt. Wer dies ausführlich nachlesen möchte, der findet Teil 1 dieser Serie hier.

Welche neurotischen Ängste kennt die Psychologie?

  • Angst vor alarmierenden Dingen und Phobien, wie z.B. Höhlen, Aufzüge, offene Plätze, geschlossene Räume, Spinnen, Mäuse, etc.Der Grund der Gefahr und des damit verbundenen Alarms wird fehlinterpretiert in einem zwanghaften Bezug zu Orten oder Räumlichkeiten. Auch harmlose Tiere werden zum Grund der Bedrohung auserkoren.

 

  • Man ist besessen von seinem Äußeren
    Das äußere Erscheinungsbild muss genau passen und die Person kreist zwanghaft um Mode und Styling. Hier hat das Gehirn den Fehlschluss gefunden, dass der Grund für den Alarm mit einem unvollkommenen Äußeren zu tun hat. Daher wird ständig versucht, im Erscheinungsbild möglichst optimal aufzutreten, damit sich der Alarm beruhigt.

 

  • Putzzwang und Waschzwang
    Bakterien und Schmutz erscheinen dem Gehirn als Ausgangspunkt der Bedrohung, daher drängt es den Menschen zum häufigen Putzen und Händewaschen oder Duschen, manche Betroffenen duschen mehr als 5 x am Tag und sind wie besessen von Sauberkeit!

 

  • Ordnungszwang
    Der Mensch ist übermäßig häufig damit beschäftigt, seine Materialien und Besitztümer neu zu ordnen. Aktenordner stehen in penibler Reihenfolge, für alles werden Listen angefertigt, die Zimmer werden ständig neu umgeräumt und in Ordnung gebracht. Hier wird Ordnung im Außen damit verwechselt, dass Bindungen an Menschen nicht in notwendiger Ordnung sind.

 

  • Fitness, Gesundheit, Krankheit und Körperfunktionen
    Die betroffenen Personen sind zwanghaft mit Fitness, Studio, Körperübungen und Gesundheit beschäftigt. Der Trugschluss liegt darin, dass durch optimale Beherrschung des Körpers dem Alarm am besten begegnet werden kann.

 

  • Wunden und verletzte Gefühle
    In diesem Fall kreist der Mensch andauernd um seine Verletzungen, die er für den Grund des Alarms hält. Er ist bemüht, alles zu tun, um weitere Verletzungen zu vermeiden. Vorsichtsmaßnahmen und Vermeidungsstrategien hindern den Menschen dann an neuen Erfahrungen.

 

  • Sicherheitszwang
    Dazu gehören z.B. mehrmaliges Kontrollieren der Wohnungstür und des Bügeleisens, ob auch alles in Ordnung ist. Ein möglicher Eindringling wird als die Bedrohung auserkoren und muss unter allen Umständen fern gehalten werden. Es reicht hierbei nicht aus, dass einmal kontrolliert wird, sondern das passiert mehrfach hintereinander. Immer wieder geht der Mensch zurück und überprüft, ob die Tür (oder das Bügeleisen) auch wirklich versperrt ist.

 

  • Perfektionismus
    Beim Perfektionismus ist die betroffene Person ständig damit beschäftigt, ihre Leistung zu verbessern, um durch ununterbrochene Arbeit den eigenen Erwartungen und denen der Anderen zu genügen. Fehlerhaftigkeit kann nicht gut ertragen werden, weil sie als Grund für den Alarm fehlgedeutet wird.

 

  • Körperumfang und Körpergewicht
    Magersucht gehört zu dieser Kategorie. Sie entspringt dem Wunsch, nicht zuviel und zu intensiv für die Bindungsperson zu sein und nur so viel Raum einzunehmen, wie man glaubt, dass die Bindungsperson sie auch aushalten kann.

 

  • Angst, die eigenen Wahrheiten und Gefühle auszudrücken
    Meistens werden hierbei diejenigen Gefühle unterdrückt, die ursprünglich für die Bindungsperson zu viel gewesen sind, für die es keinerlei Einladung gab. Die Tabugefühle der jeweiligen Ursprungsfamilie durften nicht geäußert werden und bleiben auch später unterdrückt. Diese ‘Scheinlösung' des Gehirn kann bis zur Depression gehen.

Kann die neurotische Angst beruhigt werden?

Nur wenn der wahre Grund für den Alarm des Körpers bekannt ist, kann auch eine sinnvolle Vorsichtsmaßnahme getroffen werden. Daher ist es allen aufgeführten Neurosen gemeinsam, dass sie ständig wiederkehren, wenn der bestimmte, unbekannte Auslöser triggert. In den meisten Fällen ist der wahre Grund irgendeine der vielen verschiedenen Konfrontationen mit Trennung.

In Zeiten von viel Stress ist die Wahrscheinlichkeit sehr viel höher, dass der Mensch zu seinen zwanghaften Handlungen getrieben wird. Eine bewusste Auseinandersetzung mit dem wahren Grund des Alarms kann langfristig die Ängste und Zwänge mindern, da dann endlich das Verhalten sinnvoll angepasst werden kann. Binaurale Beats öffnen dazu die Tür.

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Von Herzen,

Astrid

Zusammenfassung
Neurotische Ängste verstehen - 2. Teil
Neurotische Ängste verstehen - 2. Teil
Kurzbschreibung
In Anküpfung an Teil 1 geht dieser Artikel verstärkt auf die verschiedenen Formen der neurotischen Ängste und Zwangshandlungen ein. Diese Ängste können bei starker Ausprägung einen Großteil des Lebens dominieren.
Autor
Binaurale Beats - Unabhängige DM-Harmonics Partner
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