Projektionen und Übertragungen entlarven

Kennst Du das in Deinem Leben, dass Du manchmal den Eindruck hast, eigentlich im falschen Film zu sein? In manchen Situationen hast Du  das Gefühl, gar nicht wirklich Du selbst zu sein, so unangemessen verhältst Du Dich manchmal. Und wunderst Dich, wieso das so ist. 

Projektionen und Übertragungen entlarven

Dann kann es sehr gut sein, dass Du die Menschen in der aktuellen Situation ‚verwechselst‘ mit Menschen aus einer schon sehr lange zurückliegenden früheren Situation. Die Gefühle von damals kommen wieder hoch und Du verhälst Dich anders, als Du das eigentlich willst. Ein Teil des damaligen Kindes oder Teenagers übernimmt das Steuer und es fühlt sich an, als wäre es ein falscher Film. Wie kommt das? 

Der Ursprung von Projektionen und Übertragungen

Wikipedia sagt: Die Projektion wird oft mit dem psychoanalytischen Begriff Übertragung als Synonym verwendet. Allerdings stellt die Übertragung lediglich eine spezielle Form der Projektion dar, in der unbewusste Wünsche und Erfahrungen in einem bestimmten Beziehungsgeschehen reaktiviert werden.

Wenn es in Deiner Kindheit oder auch später im Leben Situationen gab, die zu schmerzhaft gewesen sind, um sie in ihrer ganzen Intensität zu ertragen, dann schaltet das Gehirn in einen unbewussten, automatischen Schutzmechanismus. Es sorgt mit dieser Maßnahme dafür, dass Du weiter funktionieren konntest und nicht an der Schwere der Dich überwältigenden schmerzhaften Gefühle zerbrochen bist. Es ist ein sehr weiser Schutz, weil es in solchen Momenten erst einmal ums Überleben ging, nicht um vollständiges Wachstum. Die Gefühle, die Du eigentlich damals zunächst gefühlt hast, wurden abgekapselt und nicht mehr wahrgenommen. Sie sind damit allerdings nicht vom Erdboden verschluckt, sondern sitzen trotzdem noch als Verspannung oder Schmerzen in bestimmten Körperteilen. Aber bewusst wahrnehmen kannst Du sie nicht mehr und für die damalige Situation war das auch gut so!

Für die Entwicklung unseres vollständigen menschlichen Potenzials brauchen wir aber den Zugang zu all unseren menschlichen Gefühlen, auch den schmerzhaften. Daher kommt es später im Leben, wenn uns die aktuelle Situation ‚triggert‘, also irgendetwas an ihr eine Erinnerung an die alte Siutation wachruft, zum Aufflammen des eingekapselten Gefühls von damals.

Handelt es sich vielleicht gerade um eine Übertragung?

Dann überfluten uns oft sehr unangemesse Reaktionen, deren Heftigkeit und Unkontrollierbarkeit uns selbst überrascht. Es ist, als wären wir nicht wir selbst, sondern eine andere Person. Das stimmt zum Teil sogar, weil für diesen Moment das Kind oder der Teenager von damals plötzlich der Chef ist. Dass diese Altersgruppe nicht gerade bekannt für ihr angemessenes Verhalten ist, macht es dann nicht gerade leichter und hinterher tut uns unser Verhalten oft sehr leid oder ist uns peinlich.

Wenn Du diese Projektionen und Übertragungen jeweils als neue Chance dankbar annehmen kannst, das alte Gefühl in die Erlösung, also ins Fühlen zu bringen, dann hast Du eine perfekte Grundlage, um damit umzugehen. Unser Gehirn weiß ganz genau, wieviel der alten Gefühle es uns nun im reiferen Zustand zumuten kann und hat kein Interesse daran, uns zu schaden. Ganz im Gegenteil ist es bestrebt, immer nur soviel hochkommen zu lassen, wie wir auch gut ‚verdauen‘ können. Der Vorgang der Verdauung ist im übrigen ein schönes Bild für das was auf seelischer Ebene passiert. Wenn es zu viel unverdautes im Magen gibt, dann bereitet diese Altlast doch ganz erhebliche Probleme, sodass auch andere Körperteile in Mitleidenschaft gezogen werden.

Ein Beispiel für Projektionen und Übertragungen aus meinem Leben

Aus meinem eigenen Leben möchte ich hierzu ein Beispiel schildern. Die Thematik ist sehr vielschichtig und im Laufe der letzten Monate sind mir durch das Hören der binauralen Beats nach und nach immer mehr Altlasten bewusst geworden. Wenn Du einen der anderen Aspekte aus meinen früheren Artikeln nachlesen möchtest, dann findest Du hier den Artikel.

Es begann in der Realschule. Bis dahin war in meinem Schulleben alles in Ordnung gewesen. Ich war nicht beliebt in der Realschule und hatte keinen Freundinnen in den ersten Jahren und fühlte mich nicht dazugehörig. In den Pausen stand ich abseits und sah den anderen Mädchen sehnsüchtig zu, wenn sie miteinander rumalberten oder Gummitwist spielen. Manchmal spielte unsere ganze Klasse Jungen-fangen-die Mädchen oder auch umgekehrt. Das waren meine Pausen Highlights, weil ich dann das Gefühl hatte, gesehen zu werden und für wichtig genug erkannt zu werden, dass mich jemand fangen wollte. Beim Schreiben dieser Situationen kommen die kurzen Glücksmomente wieder hoch, aber auch die ganze unglückliche Sehnsucht, mich so allein und verlassen zu fühlen.

Mein Gehirn hat damals entschieden, mich von den allzu schmerzhaften Gefühlen für eine lange Weile zu erlösen und hat sie verdrängt, sodass ich in dieser Schule weiter funktionieren konnte. Es gab ja auch keine Alternative, ich musste dort jeden Tag hin, ob ich wollte oder nicht! Wäre ich ständig mit diesen Gefühlen konfrontiert gewesen, dann hätte ich meinen Schulalltag nicht so gut überstanden.

Wo übertrage ich diese alten Gefühle heute noch?

Lange Jahre war mir das alles nicht bewusst, auch wenn ich hätte erzählen können, dass ich nicht gerne zur Realschule ging.

Erst als ich selbst als Projektleiterin an einer Mittelschule im Ganztagsbereich einmal wöchentlich ein Küchenprojekt leitete, fing das Dilemma an. Normalerweise bin ich eine durchsetzungsstarke, selbstbewusste Frau, aber in der Schule mutiere ich irgendwie zu einem merkwürdigen Wesen, welches man als ‚weder-Fisch-noch-Fleisch‘ bezeichnen könnte.

Schon der Geruch der Schule war ein Ausflug in die Vergangenheit, obwohl es natürlich eine ganz andere Schule als die meiner Kindheit war. Am meisten beeindruckten mich die Massen der Schüler und Schülerinnen auf den Gängen, wenn Pause war oder sie einfach nur die Räume wechselten. In Gruppen, lachend, streitend, trödelnd, was auch immer und manchmal auch allein hinter den Anderen herzockelnd. Das berührte etwas in meinem Innern, was lange verdrängt war.

Ich fand meine Rolle nicht in diesem Film

Als Lehrerin von diesen Schülern, die mich so sehr an meine alten Klassenkameraden erinnerten, bin ich nicht die, die ich eigentlich sonst bin. Noch immer bin ich auf der Suche nach Beliebtheit bei diesen Kindern und verhalte mich viel zu unsicher und ‚lieb‘. Alles in der unbewussten Hoffnung, dadurch von meinen Schülerinnen gemocht zu werden. Leider fehlt mir hierbei aber auch die nötige Durchsetzungskraft, um eine Gruppe von Schülern ohne Chaos zu leiten. Seit 8 Jahren kämpfe ich mit diesem Problem und wundere mich die ganze Zeit, warum ich mir so etwas gefallen lasse.

Hier ist die Antwort: Weil es die kleine Astrid ist, die immer noch an den damals so schmerzlichen Gefühlen leidet.

Die gute Nachricht ist, dass mir diese Übertragung endlich bewusst geworden ist. Die binauralen Beats haben mich inzwischen so gestärkt, dass ich bereit dafür bin, noch einmal die alten Gefühle zu fühlen. Dieser Artikel ist insofern eine Therapie für mich, weil ich mich den verdrängten Anteilen endlich stellen kann. Wenn die alten Gefühle gefühlt werden, dann brauchen sie nicht auf neue Situationen übertragen werden. Dann ist auch nicht mehr die kleine Astrid die Projektleiterin, sondern eine reife Frau ist auch in der Schule im richtigen Film.

Wenn auch Du Dich immer wieder in bestimmten Situationen dabei erwischt, ganz heftig oder unerwartet auf manche Menschen zu reagieren, dann frage Dich demnächst einmal, ob Du sie nicht mit jemand anderem verwechselst. Hast Du auch ähnlich unerlöste Trigger, auf die Du unangemessen reagierst?

Binaurale Beats können Dir helfen, die nötige innere Stärke und Zuversicht zu erlangen, Dich mit diesen unerlösten Aspekten bewusst auseinander zu setzen.

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Zusammenfassung
Projektionen und Übertragungen entlarven
Projektionen und Übertragungen entlarven
Kurzbschreibung
Kennst Du das in Deinem Leben, dass Du manchmal den Eindruck hast, eigentlich im falschen Film zu sein? In manchen Situationen hast Du  das Gefühl, gar nicht wirklich Du selbst zu sein, so unangemessen verhältst Du Dich manchmal. Und wunderst Dich, wieso das so ist.
Autor
Binaurale Beats - Unabhängige DM-Harmonics Partner
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