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Wie wird man Perfektionismus los?

In mir tobt ein Kampf. Das Feedback von den Kollegen zu meiner Arbeit ist sehr positiv. Aber etwas in mir ist noch nicht zufrieden. Ich habe viele Talente. Wenn ich etwas anpacke, dann kommt da was brauchbares raus. Brauchbar ist natürlich untertrieben – es wird gut. In Schulnoten gesprochen: glatt zwei = gut. So war es in der Schule schon. Viele beneiden mich darum. Dabei geht es ganz leicht. Und es ist kein besonderer Einsatz nötig für dieses Ergebnis. Eigentlich könnte ich damit einfach glücklich sein. Doch in mir nagt es: mit ein bisschen mehr Einsatz ginge das noch sehr viel besser! Leide ich an Perfektionismus?

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Ich bin mir sicher, dass ich auf dieser Welt bin, um mich bestmöglich einzubringen. Natürlich habe ich das Wissen, damit ich es einsetze und anwende. Ebenso all die anderen Begabungen und Fähigkeiten. Wenn ich sie nicht gebrauchen könnte, um meinen Lebenssinn zu erfüllen, wozu hätte ich sie dann?

Wenn ich meine Fähigkeiten, mein Wissen und damit meine Ergebnisse immer weiter verbessere; wenn ich mich ehrgeizig anstrenge, um von dem leicht erreichten „gut“ zu einem „sehr gut“ zu kommen; wenn der Schritt mühsam ist, Anstrengung und Überwindung kostet, ist das dann Perfektionismus oder der Schritt raus aus der Komfortzone?
Wenn da so eine innere Stimme sagt: „Das geht noch besser!“, ist das der Ich-bin-nicht-gut-genug-Virus oder ist das die intrinsische Motivation, die nach größerem hungert?

 

Ist Perfektionismus negativ?

„Du bist hier auf dieser Welt, um deine bestmögliche Version von deiner größten Vision von Wer-du-bist zu erfahren,“ heißt es bei Neale Donald Walsch. Fordert das nicht ausdrücklich dazu auf, mich fortwährend zu optimieren? Perfektionismus?

Für mich ist das schwierig unter einen Hut zu bekommen. Perfektionismus ist ein Zeitfresser, erzeugt Stress, bindet Ressourcen. Wenn man sich im Detail verliert, geht leicht der Blick für das Ganze und den Zusammenhang verloren. Aber, wenn ich etwas besser kann, warum sollte ich es dann nicht besser tun? Aus welchem Grund sollte ich meine Ressourcen zurückhalten, wenn ich das noch bessere Resultat schon vor mir sehen kann?

Ich glaube, das Leben fordert auf, immer, in jedem Augenblick unser allerbestes zu geben! Und ich glaube auch, dass es uns auffordert, immerzu und in jeder Situation besser zu werden und über uns hinauszuwachsen.

Das Leben ist bestimmt nicht so gedacht, dass wir als Kind pausenlos Neues entdecken, dann etliche Jahre lernen und reifen, um dann diesen Zustand möglichst lange zu konservieren. Das fühlt sich nicht nach Glücklich-Sein an. Wird man so richtig dauerhaft glücklich, indem man sich ständig verbessert? Ja! Nein! Da ist er wieder der Widerstreit um den Perfektionismus. Oder Weiterentwicklungsboom. Oder Optimierungswahn. Ja, natürlich möchte ich immer besser werden. Und, nein, irgendwann muss auch mal Schluss sein mit der Selbstkritik.

 

 

Was ist jetzt der Unterschied beim Perfektionismus?

„Warum möchte ich jetzt in dieser Situation ein noch besseres Ergebnis erreichen?“ Die möglichen Antworten gehören erfahrungsgemäß in eine der zwei Gruppen:

1.  Jemand erwartet das von mir oder ich möchte jemanden damit beeindrucken (– vielleicht auch mich selbst?). Je nachdem um wen es sich handelt, macht der Einsatz mehr oder weniger Spaß. Auf jeden Fall Stress, denn das Erreichen des Erfolgs liegt bei einer anderen Person. Die Belohnung für den Einsatz ist ungewiss.

2.  Oder die Antwort auf die „Warum-Frage“ führt zu der Erkenntnis: „Da ist noch mehr drin. Ich habe mein Potenzial noch nicht wirklich ausgeschöpft.“ An der Stelle gibt mir das Leben einen Impuls, weiter zu wachsen. Ergreife ich diese Möglichkeit, eröffnet sich mir die Chance, neue Horizonte zu erleben und erfahren.

 

Potenzial oder Perfektion?

Und es gibt für mich noch einen Ansatz, um ungesunden Perfektionismus von dem Entdecken neuer Qualitäten zu unterscheiden:

In dem Moment, in dem ich denke, dieser Zustand, dieses Ergebnis ließe sich verbessern, überwiegen entweder Gedanken daran, was nicht gut genug ist, Gedanken an Fehler und Unzulänglichkeiten. Vermutlich sind in solchen Momenten Glaubenssätze wie „ich bin nicht gut genug“ oder „ich muss mehr investieren, um Erfolg zu verdienen“ aktiv. Und da ist dann mit einer Portion Selbstliebe sicher mehr erreicht als mit Perfektionismus.

Es könnten aber auch andere Gedanken überwiegen: Sie richten den Fokus auf Ideen zur Verbesserung. Wenn sich die Optimierung so konstruktiv und kreativ äußert, fördert sie das Lebensglück und ist sowieso nicht wirklich aufzuhalten.

Es lohnt sich also, auftretenden Perfektionismus zu hinterfragen. Entweder entdeckt man dabei ungesunde Glaubensmuster oder bislang ungenutzte Potenziale. Und wenn ich mal wieder bei den ungenutzten Potenzialen rauskomme, dann vergesse ich Perfektionismus und Stress und mache mich mit Ansporn und Freude daran, meine Vision größer zu fassen, die Ziele höher zu stecken und erlaube mir endlich, wirklich mein allerbestes zu geben!

 

 

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Zusammenfassung
Wie wird man Perfektionismus los?
Wie wird man Perfektionismus los?
Kurzbschreibung
In mir tobt ein Kampf. Das Feedback von den Kollegen zu meiner Arbeit ist sehr positiv. Aber etwas in mir ist noch nicht zufrieden. Ich habe viele Talente.
Autor
Binaurale Beats - Unabhängige DM-Harmonics Partner
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